Weit ist der Weg zurück...

Weit ist der Weg zurück...

Weit ist der Weg zurück ins Heimatland
Im Städtchen Cojthain in der Tschechoslowakei. Wir waren in
diesem Städtchen in einem alten Fabrikgebäude einquartiert.
Da erreichte uns die Nachricht, daß dieser schreckliche Krieg
zu Ende sei. Aber wir waren ja noch so weit von der Heimat.
Es war der 8. Mai 1945, ein unvergeßlicher Tag für mich. Es
war mein 37. Geburtstag. In diesem Städtchen hatte unsere
Einheit den Auftrag, eine Brücke zu sprengen, um den
nachfolgenden Kameraden den Rücken zu sichern. Ich mußte
mit drei Kameraden die Brücke zur Sprengung vorbereiten. Es
war uns nicht ganz wohl dabei, denn wir wurden dabei von
haßerfüllten Augen beobachtet. Aüußerdem hatte ich noch die
undankbare Aufgabe, einen Raum zu beschlagnahmen, wo
man für unsere Einheit kochen konnte. Wir waren etwa noch
70 Mann. Unsere Küche bestand nur noch aus einem
Kupferkessel, aus einem kupfernen Waschkessel. An unserem
Küchenwagen bekamen wir bei einem Fliegerangriff einen
Volltreffer. Personal und alles war vollständig ausgefallen.

In Kehl am Rhein hatte ich im Jahr 1943 anläßlich meines
Genesungsaufenhalts freiwillig an einem Kochkurs
teilgenommen, und somit mußte ich nach dem Totalausfall das
Kochen für meine Kameraden übernehmen. Es war sehr
schwierig, einen Raum oder ein Haus zu finden im Städtchen
Cojthain. Die Tschechen wußten ja, das wir den Krieg
verloren hatten, und das der Russe vor der Haustür stand.
Nach langem Suchen fand ich ein Haus, wo eine
Kochgelegenheit vorhanden war. Eine einzelstehende
Waschküche, nebenan ein kleines, schönes Häuschen,
bewohnt von einem alten Lehrerehepaar, das allerdings nicht
dazu geneigt war, mir die Waschküche zu überlassen. Die
alten Leute taten mir leid. Ich mußte ihnen erklären, daß ich
diese Waschküche ohne ihr Einverständnis benutzen würde.
Es kam zu unschönen Auseinandersetzungen, wobei ih meine
Maschinenpistole zur Hilfe nehen mußte. Nun gab das....